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Soester Initiative will mit Infos und Kurzweil das Thema Organspende anschieben

Wer heute und morgen über den Bördetag schlendert und nicht nur Augen für Tanz und Würstchen hat, wird die riesige Leinwand auf dem Vreithof entdecken. "Organe spenden. Leben schenken. Soester helfen" steht da, auf dem Foto hält ein Chirurg ein Herz in der Hand. Dahinter steckt eine Soester Initiative, die das Thema Organspende nach vorn bringen will.

Die Ausgangslage ist nämlich bescheiden. Nach dem Skandal um verschobene Organe und bevorzugte Patienten 2010/11 sind die Spenderzahlen in Deutschland eingebrochen und haben sich seither nie so richtig erholt. Richtig gut waren sie aber auch schon vor den Mauscheleien nicht. Stadtwerke-Chef André Dreißen (ein Verfechter der Organspende-Idee, der einen Spenderausweis im Portemonnaie hat) und Grünen-Politiker Tim Neumann stießen unlängst auf das Thema am Rand einer Lionsclub-Sitzung und machten gleich Nägel mit Köpfen. Sie holten sich die beiden Soester Kliniken, ihre Hellweg-Lions und andere Unterstützer ins Boot und gewannen Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer für eine umfassende Kampagne in Soest. In der soll Sensibilität dafür geschaffen werden, welchen medizinischen Stellenwert Transplantationen besitzen und die dafür nötige Bereitschaft, sich im Fall des Falls – etwa bei einem Unfalltod – Herz, Leber, Nieren und andere Organe entnehmen zu lassen.

"Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommen, sondern zum Nachdenken anregen", erläutert Neumann das Konzept. Dazu haben sie für den 9. Juni eine ebenso informative wie unterhaltsame Aktion im "Blauen Saal" des Rathauses vorbereitet. Die Soester Jazzband "Dime Daddies" spielt auf, Büfett und Getränke stehen bereit, "Lokalzeit"-Moderatorin Michaela Padberg führt durch den Abend und interviewt Experten zu der guten Idee.

Die Macher hinter der Kampagne werden heute und morgen vor dem auffälligen Banner Flyer mit den nötigen Infos verteilen – und belegen: Auch bei diesem Bördetag geht es um mehr als um Tanz und Würstchen.